Reitende Elefanten 003: Psychologische Muster im täglichen Wahnsinn – Paradoxien & Trugschlüsse

Shownotes

Reitende Elefanten 003: Psychologische Muster im täglichen Wahnsinn – Paradoxien & Trugschlüsse

  • Veröffentlichungsdatum: 09.09.2025
  • Länge der Folge: 19:41 Min.
  • Hosts: Dominik Schwiering & Oliver Straubel
  • Mit dabei: ELI, unsere Stimme aus dem Off

Worum geht’s? In dieser Folge geht es um Paradoxien und Trugschlüsse, also Denkfehler, die im Alltag wirken, aber oft unbemerkt bleiben.

Dominik Schwiering und Oliver Straubel sprechen über Routinen, die sich logisch anfühlen, aber längst keine Wirkung mehr entfalten. Über Strukturen, die niemand mehr hinterfragt, weil sie sich vertraut anfühlen. Und über Denkfehler wie den Bestätigungsfehler, den Ankereffekt oder die Verfügbarkeitsverzerrung, die unser Verhalten beeinflussen, ohne dass wir es merken.

Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Organisationen sich systematisch selbst ausbremsen und welche Rolle Führung spielt, um genau diese Muster zu durchbrechen.

Zentrale Fragen der Folge:

  • Warum halten wir an Routinen fest, die längst keine Wirkung mehr haben?
  • Wie entsteht Selbstsabotage durch scheinbar logisches Verhalten?
  • Was macht Denkfehler wie den Bestätigungsfehler oder Ankereffekt so wirksam?
  • Und was braucht es, um vertraute Muster überhaupt zu hinterfragen?

Themen der Folge:

  • Paradoxien & Trugschlüsse im Alltag
  • Bestätigungsfehler, Ankereffekt, Verfügbarkeitsverzerrung
  • Selbstsabotage durch Plausibilität
  • Plausibilität vs. Wahrheit
  • Führung als Musterunterbrechung

Für wen?

  • Für alle, die merken: „Irgendwas stimmt hier nicht“, es aber nicht greifen können
  • Für Führungskräfte, die Routinen nicht nur managen, sondern bewusst hinterfragen wollen
  • Für Menschen, die wissen: Das Vertraute ist nicht automatisch das Richtige

—————

Mehr zu Holism:

Haben Sie Fragen, Feedback oder Anregungen zur Folge? Wir freuen uns über Rückmeldungen.

Transkript anzeigen

00:00:00: Hallo und herzlich willkommen zur dritten Folge Reitende Defanten, dem Podcast von Olysen mit.

00:00:05: Dominic Schiering.

00:00:07: Oh, Oliver Straubel.

00:00:08: So sieht's aus.

00:00:10: Ja, schon die dritte Folge und wir haben heute eigentlich ein sehr, sehr cooles Thema vorbereitet.

00:00:14: Eines meiner Lieblingsthemen.

00:00:16: Ja, gut, dass du heute auf der Experte dann sitzt für den Podcast.

00:00:20: Ja.

00:00:21: Das wird sich gut ergeben.

00:00:23: und ja, das heißt ich bin heute der, der die Fragen stellt.

00:00:27: Und du darfst heute wieder antworten, so

00:00:29: soll es doch sein.

00:00:30: Ja,

00:00:31: so soll es sein.

00:00:32: Und so wird es auch werden.

00:00:33: Und um das Thema einmal nochmal kurz vorzustellen, gehen wir nochmal in die Begrüßtevestitution und schauen uns das ganze Thema an.

00:00:40: Denn es geht um Pradoxin und Trugschlüsse.

00:00:44: Ein sehr, sehr spannendes Thema.

00:00:45: Und was kannst du dazu sagen zu dem Thema?

00:00:49: Da könnte ich so viel zu sagen, das könnte langweilig werden für die Leute, wobei ich immer glaube, das Thema wird eigentlich nicht langweilig.

00:00:56: Wichtig ist im Anfang immer, ich meine, es hatte schon sehr weise Männer vor uns gesagt, der Beginn der Weisheit ist die Definition.

00:01:03: Und ich finde, man sollte vielleicht mal schauen, einen Trugschluss ist immer ein psychologischer Denkfehler.

00:01:10: Und wenn man aus Denkfehler Verwechslung macht, dann klingt es nicht so schlimm.

00:01:15: Fehler machen will ja keiner, Verwechseln darf man.

00:01:18: Und eine Paradoxie ist immer ein struktureller Widerspruch.

00:01:23: Ich versuche das mal aufzunehmen, weil es gibt dieses sogenannte Präventionsparadoxon, was ja schon in seiner Begriffserklärung eine Paradoxie in sich hat.

00:01:34: Denn wenn man mal sagt, man macht im Vorfeld Dinge, besser oder anders, damit sie nicht eintreten und hinterher sagen alle, hätten wir gar nicht machen müssen, weil nichts passiert.

00:01:51: Das ist dann schon wieder eine Verwechslung und das finde ich das Witzige daran, weil dann wird daraus im Prinzip wieder ein Trugschluss.

00:02:00: Und da gibt es einen sehr berühmten Trugschluss, das ist der sogenannte Spieler-Trugschluss.

00:02:04: Das heißt, im Casino ist zehnmal beim Rollett-Tisch wird schwarz angezeigt.

00:02:12: Denkt der Mensch, okay, jetzt muss ja Rot kommen, bis man dann auf die Idee kommt, dass die Kugel sich aber im Zweifel gar nicht daran erinnern kann, dass sie zehnmal auf Schwarz gefallen ist, weil das halt alles voneinander unabhängige Ereignisse sind.

00:02:24: Und dann gibt es sofort wieder auch noch eine systemische Paradoxie.

00:02:28: Wir haben das oft bei Unfällen, ne?

00:02:30: Wo?

00:02:30: letzte Woche ist mir einer reingefahren, da kann ja heute nichts mehr passieren.

00:02:33: Oder immer dann, wenn ich ein neues Auto habe, habe ich ein Steinschlag.

00:02:38: Das sind alles voneinander unabhängige Ereignisse.

00:02:41: die aber von unserem Gehirn sehr schnell in Abhängigkeit gebracht werden und das beeinflusst jeden unabhängig von seiner Intelligenz und das ist für Organisationen und für Menschen sehr, sehr spannendes Thema.

00:02:55: Ja, ich glaube, der eine oder andere wird sich wahrscheinlich schon in diesem Beispiel gut erkannt haben.

00:03:00: Also ich kenne das Roulettebeispiel sehr gut.

00:03:02: Ja.

00:03:03: Ich meine, es gibt ja neben grün und nicht im schwarzen Rohr, es gibt ja auch noch grün.

00:03:11: In diesem Sinne die

00:03:11: Null.

00:03:15: Genau, darum geht es ja heute in unserem Podcast und was das für Auswirkungen auf Organisationen hat, auf die Führung hat und das Miteinander.

00:03:24: Da wird jetzt Edi uns nochmal kurz einleiten das Thema und ein paar Begrüßdissensitionen auf den Weg geben und dann uns auch eine Frage nochmal stellen, die quasi das Arbeitenorganisation darstellt und auf die werden wir dann nochmal eingehen.

00:03:37: Also Edi, ab dafür.

00:03:39: Willkommen zur dritten Folge von Reitende Elefanten.

00:03:44: Heute geht's um Paradoxien und Trugschlüsse.

00:03:47: Denkfehler, die wir machen, ohne es zu merken.

00:03:50: Daniel Karnemann, Psychologe und Nobelpreisträger, hat solche Muster beschrieben und bekannt gemacht.

00:03:57: Drei davon stehen heute im Fokus.

00:03:59: Confirmation by us.

00:04:01: Wir sehen vor allem, was ins eigene Bild passt.

00:04:04: Anchoring.

00:04:05: Ein erster Wert zieht unser Urteil an, auch wenn er willkürlich ist.

00:04:10: Availability, was präsent ist, wirkt wichtiger als es ist.

00:04:15: Diese Muster prägen nicht nur einzelne, sondern ganze Organisationen.

00:04:19: etwa in Meetings, gleiche Agenda, gleiche Fragen.

00:04:23: Und am Ende die leise Frage, wofür eigentlich?

00:04:27: Genau das nehmen wir auseinander.

00:04:29: Warum halten wir an Routinen fest, von denen alle wissen, dass sie nichts bringen?

00:04:34: Und warum fällt es so schwer, sie zu hinterfragen?

00:04:38: Das ist aber ganz schön psychologisch heute.

00:04:40: Also dann danke Edi nochmal für die Zusammenfassung der Begriffe von Herrn Karnemann.

00:04:45: Wir machen es heute in dem Podcast, aber lieber auf Deutsch.

00:04:47: Wir trennen uns mal in der englischen Sprache und deswegen werden wir in dieser Folge vom Bestätigungsfehler der Verfügbarkeitsverzerrung und dem Anker Effekt sprechen.

00:04:57: Und die Frage, die ihr gerade gestellt habt oder die wir ja eingespielt bekommen haben, da würde ich dich eigentlich mal Oliver bitten, das mal einzusortieren.

00:05:05: Ist das überhaupt in irgendeiner dieser Kategorien wirklich einzusortieren?

00:05:10: Ist das eher schwieriger?

00:05:11: Grundsätzlich muss man wissen, dass das nie so hundertprozent trennbar ist.

00:05:18: Das eine ist immer beim anderen.

00:05:20: Ich würde sagen, hier liegt auf jeden Fall einen Bestätigungsfehler vor, der aber auch immer ganz nah am Ankereffekt ist.

00:05:28: Wenn man sich das Ganze immer anguckt, wo kommt das eigentlich her, wo geht das hin?

00:05:32: Herr Karnemann hat mit den kognitiven Verzerrungen einen richtigen Durchbruch geschafft.

00:05:39: Das bedeutet ja eigentlich nichts anderes, als dass wir zwischen richtig und falsch häufig gar nicht unterscheiden können, weil wir halt glauben, dass das, was wir glauben, immer richtig ist.

00:05:51: Oder immer falsch, das ist dann auch wieder ein anderes Thema.

00:05:54: Aber wenn man sich das mal psychologisch mal mal vorstellt, du hast ja gerade schon die Psychologie angekündigt auch.

00:06:02: Wir versuchen das immer ein bisschen zu vereinfachen, indem wir das Elefant- und Reitermodell nehmen.

00:06:07: Wenn man sich mal einen Elefanten vorstellt, auf dem ein Reiter sitzt, dann hat man auch ungefähr die Strahlkraft und die Größe, die das Ganze hat.

00:06:15: Der Reiter ist dabei der Verstand der langsame, rationalen schnell überforderte Teil, der denkt, er hätte alles im Griff.

00:06:24: Und der Elefant ist unser unbewusster Teil, der ist für die Emotionen, für die Routinen, für das, was wir... gelernt haben für alles das was uns auszeichnet verantwortlich.

00:06:35: und es blitzschnell in in bruchteilen von sekunden entscheidet der ob du dich hier wohl fühlst oder nicht ob du etwas richtig findest oder falsch.

00:06:44: und das kommt natürlich daher dass du das gelernt hast.

00:06:48: und spätestens seit karnemann wissen wir dass richtigung und falsch eigentlich eine permanent verwechslung ist und sich halt immer wieder vom bestätigungsfehler oder auch von so einem anker effekt nehmen lässt.

00:07:00: wir noch dringend nicht so tief von der Verfügbarkeitsverzerrung gesprochen.

00:07:06: Wir haben das ja ganz häufig, wenn gerade irgendwo ein Cyber-Angriff passiert ist und wir haben davon mitbekommen, dann kommen wir plötzlich auf die Idee, dass wir in Cyber-Sicherheit investieren müssen.

00:07:19: Und zwei Wochen später ist das wieder nicht so wichtig.

00:07:21: Dann haben wir wieder die andere Verzerrung da.

00:07:24: Und das ist maximal psychologisch und maximal verzehrt und fast immer Riesentrugschluss.

00:07:32: Okay, okay.

00:07:33: Das sieht schon sehr, sehr viele Informationen auf einmal.

00:07:37: Ich glaube, ich würde das ganze Thema nochmal kurz einfangen und nochmal zum Elefanten nochmal zurückkommen.

00:07:43: Also, wenn man sich das, glaube ich, vorstellt, merkt man, glaube ich, dass man als Person, als Mensch wirklich ein permanentes Doppelsystem ist.

00:07:50: Ja, das

00:07:50: ist absolut wichtiger Hinweis.

00:07:52: Ja, man hier deutlich spürbar jeden Tag eher aus dem Bauhaus entscheidet, so was klar steht, auch kennt.

00:08:01: Man glaubt aber immer, man will es aus dem Kopf raus machen, weil man halt kognitiver zärt ist.

00:08:06: Man hat

00:08:06: ja mal so den Eindruck, man will logisch entscheiden, aber in den meisten Fällen ist es halt nicht.

00:08:12: Also zwischen rationalen und logischen Gedankengängen, die man so tagtäglich führt, überwiegt meistens das Bauchgefühl und die Routine in einem selbst.

00:08:23: Und das merkt man ja immer in verschiedenen Situationen, wenn man sich mit anderen Sachen beschäftigt, die nicht in seine normalen Routinen passen, genau zum Sport zu gehen oder... Vielleicht auch in der Organisation, die man halt kennt.

00:08:35: Ich kenne das auf jeden Fall definitiv, wenn wir aus unserem Mandat immer wieder mit Leuten zu tun haben, die aus den Rotilen herausgeholt werden müssen.

00:08:43: Die haben das noch nie so gemacht.

00:08:44: Warum soll man es denn ändern?

00:08:45: Das hat doch immer schon funktioniert.

00:08:46: Das ist

00:08:46: das schönste Wort, was ich dazu immer sage, ist Selbstservotage.

00:08:50: Ja, definitiv.

00:08:51: Und da sind wir genau beim Thema.

00:08:53: Ich glaube, wir sind ständig dabei, uns selbst zu servotieren, weil, um das Thema da auch nochmal zurückzuwohlen.

00:08:59: Du, das hast du, glaube ich, gerade gesagt, dass Es ist nicht kein richtig und kein falsch geblieben.

00:09:04: Also in der Mathematik gibt es das schon.

00:09:06: Vor allem unsere Daten-Docs werden.

00:09:09: Du

00:09:09: weißt ja, dass Mathe nicht so mein Thema ist.

00:09:11: Ja,

00:09:11: meins auch nicht.

00:09:12: Aber wir werden ja immer wieder darauf zurückgeholt.

00:09:14: Aber ja,

00:09:14: zwei und zwei ist vier.

00:09:15: Das ist selbst mir klar.

00:09:19: Auf die Idee sind wir gekommen.

00:09:20: Aber in der Psychologie oder im Denken ist richtig und falsch sehr, sehr eingeschränkt.

00:09:27: Ja,

00:09:28: und deswegen Routine und wie wir da rauskommen und wie wir uns selbst salutieren.

00:09:33: Willst du da nochmal vielleicht nur einen kurzen Exkurs zu machen?

00:09:37: Ja, vielleicht nicht, wie man da rauskommt, weil das versuchen Wissenschaftler seit Jahrhunderten.

00:09:43: Oder wie gesagt, das war ja vor Jahrhunderten schon so.

00:09:47: Aber man darf es nochmal sagen, die Organisation wollen ja permanent Veränderung und dann blockieren sie sich wieder selber.

00:09:53: Also wir wollen agil sein und wollen nur noch effizient sagen, dann aber ja der Fehler bei der Stempel.

00:09:59: Ja, das haben wir immer schon so gemacht.

00:10:01: Das haben wir noch nie so gemacht.

00:10:02: Das machen die anderen auch so, Herr Straubel, oder?

00:10:06: Mein neuer Lieblingssatz ist neuerdings, das kenne ich schon alles, Herr Straubel.

00:10:11: Ja, aber bloß, weil man es weiß.

00:10:13: Also, wenn ich vom Spiegel stehe und sage, boah, das kenne ich schon, da verzehrt der Spiegel schon wieder, dass der Pullover so eng geworden ist.

00:10:24: Nee, dann fange ich halt nicht an etwas zu verändern.

00:10:27: Ja, komisch, ne?

00:10:28: Eigentlich wüsste man, dass man vielleicht auch für die Arbeit über was vorkochen sollte und dann macht's am Ende nicht und geht dann zum Beckerleben an, ne?

00:10:34: Weil wir das ja schon immer so gemacht haben, oder?

00:10:36: Und außerdem bist du es ja auch total richtig, wenn ich, also wenn ich mir Sonntags sage, boah, Montag, da wird alles anders.

00:10:44: Ja geh ich auf keinen Fall zum Bäcker hin.

00:10:46: Das

00:10:47: ist auf jeden Fall die letzte Zigarette in meinem Leben.

00:10:48: Definitiv.

00:10:49: Und man kennt das ja auch, wo wir doch gerade beim Wochenende sind.

00:10:53: Wenn man so nachts um zwei in der Kneipe beschließen ist, Bier sollte ich eigentlich nicht mit riechen, aber so jung kommen wir nicht mehr zusammen.

00:10:59: Wer ist das eigentlich?

00:11:00: Eine Cocknit mit Verzerrung?

00:11:03: Eigentlich ist er richtig, ne?

00:11:05: So jung kommen wir ja auch nicht mehr zusammen.

00:11:07: Oder

00:11:07: das ist der Anker.

00:11:08: Wenn Anker geschmissen

00:11:09: ist, ist ein schöner Anker.

00:11:11: Wie kriegen wir das jetzt wieder zurecht?

00:11:14: Solange, wie ich vom Spiegel stehe und sage, dass der Spiegel oder der Pulli schuld sind und nicht sage, ich bin dick, solange sabotiere ich mich selber in reinster Form, weil ich dann niemals auf die Idee komme, abzunehmen oder weniger zu fressen und zu saufen.

00:11:30: Weil ich ja immer andere dafür zur Rechenschaft ziehe oder denke, da hat mir mir ja nichts zu tun.

00:11:37: Ich bin so gescheit, ich weiß ja, was richtig ist und dieses Kippchen werde ich ja wohl noch trinken dürfen.

00:11:42: Ja.

00:11:43: Und ich glaube, da sind wir, glaube ich, auch wieder Kiebchen

00:11:45: trinken.

00:11:45: Was regt denn für ein Quatsch?

00:11:47: Also dieses Bierchen werde ich ja wohl noch trinken dürfen.

00:11:49: So.

00:11:50: Ja.

00:11:52: Danke, dass du mir was korrekt gestellt

00:11:53: hast.

00:11:53: Ja, weil das ist mein Elefant gerade total wichtig fand, hier nochmal einzugreifen, damit ich nicht so dumm aussehe.

00:11:59: Ja,

00:11:59: deswegen, wir sind permanent aktiv und deswegen korrigieren, bevor es zu spät ist.

00:12:05: Und das ist, was ich eigentlich gerade sagen wollte, Oliver.

00:12:08: Das ist ja genau, wenn wir nochmal auf die Fragestellung von Eli schauen.

00:12:12: Wenn wir merken, in Meetings sitzen wir zusammen und irgendwas stimmt nicht.

00:12:15: Also irgendwie fühlt sich dieses wöchentliche Meet irgendwie immer schlecht an.

00:12:19: Und keiner sagt was.

00:12:21: Und man selber denkt wahrscheinlich, irgendeine muss es auch merken.

00:12:24: Man sitzt da und denkt sich, das muss doch irgendwie besser gehen.

00:12:26: Wobei

00:12:27: wir dann schon wieder ganz, ganz nah am Bestätigungsfehler sind.

00:12:29: Wenn du glaubst, dass Klaus ein Idiot ist, dann wirst du hunderte von Sachen finden, warum er auch ein Idiot ist.

00:12:37: Ja, aber irgendwo dazwischen ist ja irgendwo die Wahrheit.

00:12:39: Und das einfach mal für sich, glaube ich, zu sortieren und diese Frühwarnzeichen einfach mal wahrzunehmen und die nicht nur zu sagen, ist irgendwas falsch, sondern... die aufzunehmen, geht schon, glaube ich, in die Richtung.

00:12:52: Und sie jetzt ja sogar einordnen zu können.

00:12:54: Mit Trugschlüssen und kognitiven Verzerrungen.

00:12:56: Und ich möchte noch mal sagen, ich biete Ihnen allen immer die Verwechslung an.

00:13:00: Das hilft total.

00:13:01: Oh, ich glaube, du verwechselst was.

00:13:03: Das geht viel, viel besser als das ist falsch.

00:13:06: Ja, auch hier die Kommunikation, definitiv das richtige, um halt den... Wir fanden mitzunehmen, jemand zu sagen, dass jemand was falsch macht.

00:13:13: Das macht er meistens nicht aus, weil er Bock drauf hat, etwas falsch zu machen.

00:13:17: Sondern weil es sich

00:13:18: für ihn richtig anfühlt, Dominic.

00:13:21: Genau.

00:13:22: Weil Gott, in der Folge haben wir auch Weißer in den Raus.

00:13:24: Ich hoffe, wir haben doch Material für den nächsten Folgen.

00:13:27: Aber ne

00:13:27: Sorge, ich bin so kognitiv erzählt, dass ich glaube, ich hätte Spruneln vorrissen.

00:13:33: Das ist gut.

00:13:34: Dann haben wir sogar noch was für den nächsten Folgen.

00:13:37: Genau, aber um da wirklich noch mal an den Flussstrich zu machen für heute.

00:13:42: Oliver, was heißt das denn jetzt konkret für die Führung?

00:13:45: Was heißt das für unsere Zuhörer?

00:13:47: Was können Sie davon mitnehmen?

00:13:48: Also du willst ja jetzt noch keinen Schlüsselstrich ziehen, Donik.

00:13:51: Wir haben gleich es warm.

00:13:53: Ja, was heißt das für Führung?

00:13:55: Ich finde das Spaß beiseite gerade nochmal total wichtig, wie du es gesagt hast, dass man das nochmal zusammenfasst und da nochmal überlegt, was heißt das denn eigentlich?

00:14:04: Also, was heißt eigentlich Führung?

00:14:06: Damit könnte man ja schon mal anfangen.

00:14:07: Das ist ja meist auch eine Paradoxie.

00:14:10: Ich würde sagen, Führung bedeutet eine Musterunterbrechung und eben nicht ins Mikro-Management zu gehen und Flues.

00:14:18: Das ist auch ja so ein blöder Satz, der könnte gleich aus Chichipity kommen.

00:14:21: Führung braucht Haltung und Mut.

00:14:23: Ja, aber wenn man das jetzt mal... Sich einfach mal anschaut ja du brauchst halt Mut zu sagen das ist hier ein Muster.

00:14:29: diese Meetings sind blöd so und so von so.

00:14:34: Führung braucht narrative Kompetenz.

00:14:36: was was was heißt das?

00:14:37: wir unterliegen ja meistens irgendwelchen Narrativen.

00:14:40: also das haben wir schon immer so gemacht oder das ist richtig oder oder oder aus aus Wasser kann man Wein machen das wird uns seit zweitausend Jahren erzählt das ist ja alles ein Narrativ so und.

00:14:52: Diese, das einfach mal zu hinterfragen heißt es für Führung.

00:14:56: Wenn sich das für mich total richtig anfühlt und für alle, aber wir damit nicht weiterkommen, sich zu erlauben, zu hinterfragen, ist es wirklich richtig?

00:15:06: Oder ist es ein Bestätigungsfehler oder ein Ankereffekt oder eine ganz andere, ganz anderes BIOS oder eine ganz andere kognitive Verzerrung?

00:15:14: Es gibt glaube ich über dreihundert mittlerweile, die bestätigt sind und den unterliegen.

00:15:21: Sind wir alle unabhängig von unserer Intelligenz oder nicht Intelligenz?

00:15:29: Intelligenz, gute Stichwort.

00:15:32: Meistens sind wir eigentlich ja nicht so intelligent, weil wir eins nicht machen und selbst zu hinterfragen und das hinterfragen zu erlauben.

00:15:39: Was man machen sollte, wenn man intelligent ist, ist genau das zu tun, nämlich zu hinterfragen, weil meistens ist man ja ein Fan seiner eigenen Theorie.

00:15:47: Und das gilt für Mitarbeiter als auch für... Geschäftsführende,

00:15:51: weil das ja meistens alles Menschen sehen.

00:15:53: Ja,

00:15:54: das sind im Endeffekt alles Menschen, die dort arbeiten in der Organisation.

00:15:59: Und für Mitarbeiter gilt ja meistens so der Gedankengang, wenn wir an Fern der eigenen Theorie, wenn wir das besprechen, das Thema ist ja die Einstellung, ja, wenn ich das mal machen würde, dann wird der Chef mal sehen, wie das mal richtig läuft.

00:16:13: Und bei der Geschäftsführung ist das eher genau anders herum, wenn die das alles mal so machen würde, wie ich denen das sage.

00:16:20: Dann wäre der Laden so weit vorn am Laufen.

00:16:22: Das stimmt ja auch fast immer.

00:16:24: Also wir verwechseln halt, mal Spaß beiseite, unser Gehirn liebt halt Muster vor allen Dingen da wo keine sind.

00:16:32: Wir bringen das immer wieder zusammen und dabei haben wir eine der Major Verwechslungen für mich sind immer Plausibilität und Wahrheit.

00:16:40: Bloß weil etwas plausibel ist und nochmal für alle, damit wir keine Zuschriften kriegen, nicht in der Mathematik.

00:16:46: Das ist anders.

00:16:46: Aber so in unserem normalen Ding, wenn etwas plausibel ist, heißt es nicht, dass es richtig ist.

00:16:51: Also wenn plausibel ist, dass jemand zu heiß meinen Pulli gewaschen hat und ich deswegen so speckig darin aus, hey, dann ist es nicht wahr.

00:17:01: Ja, also das ist häufig und Fan der eigenen Theorie ist total sinnvoll, das haben wir immer.

00:17:09: Man sollte auch öfter mal Fan der eigenen Theorie sein, weil ansonsten ist es halt schwierig auch sich durchzusetzen in vielen verschiedenen Situationen.

00:17:17: Und es dann trotzdem wieder hinterfragen, also die Mischung macht es wie so häufig.

00:17:22: Das ist ja wahrscheinlich bei vielen Leuten auch der Fall, die, glaube ich, relativ gute Ideen haben, die sie aber dann nicht aussprechen wollen, weil das Fan-Toum dann nicht groß genug ist.

00:17:31: Ja, ja, und das ist manchmal reicher.

00:17:34: Erst klatscht einer, dann keiner, dann zwei.

00:17:36: Das ist ja schon mal ein ganzes Leben.

00:17:39: Gut, was machen wir da raus?

00:17:41: Ich glaube, wir haben heute sehr, sehr viele Themen behandelt und ich glaube, wir sind auch am Ende der Folge, glaube ich, angekommen.

00:17:49: Ja, aber eine Sache möchte ich noch sagen.

00:17:51: Das ist für mich total wichtig, weil ich merke das bei mir selber oft und bin damit häufig konfrontiert.

00:17:58: Wenn man denkt, ich bin zu schlau für Denkfehler, dann ist das der größte Denkfehler, den man machen kann.

00:18:06: Schöne Worte, Oliver.

00:18:08: Vielleicht geben die auch zum Denken, die Wortwürze hier noch mal vor zu vervollständigen dieser Folge.

00:18:14: Wir sollten so einen Frasenschwein einführen auch.

00:18:16: Ja, können wir.

00:18:18: können wir nur sagen, dass wir in der Nachbararbeitung eingefügt werden müssen, so der blingende Sound.

00:18:23: Apropos Phrasenschwein, Edi, ich glaube, das ist der Moment, an dem wir zu dir übergeben und die Folgen abschließen lassen.

00:18:31: Paradoxien und Trugschlüsse begegnen uns nicht in Extremsituationen, sondern im Alltag, in Besprechungen, Prozessen, Routinen.

00:18:40: Und das macht sie so wirksam.

00:18:42: Wir glauben, wir denken klar und merken nicht, wie sehr wir uns an plausibles Klammern.

00:18:47: Wie wir alte Muster verteidigen, nur weil wir sie kennen.

00:18:51: Und wie oft wird das Falsche für das Richtige halten?

00:18:54: Einfach, weil es sich vertraut anfühlt.

00:18:57: Organisationen wollen Veränderung und blockieren sich selbst, mit Argumenten, die längst keiner mehr prüft.

00:19:05: Führung heißt, das zu sehen und es zu unterbrechen.

00:19:09: Denn der größte Trugschluss ist, zu glauben, man sei selbst nicht betroffen.

00:19:15: Tugschlüsse und Paradoxien sind nicht böse, die sind normal.

00:19:19: Und je eher wir anfangen, das als Normalität anzuerkennen, desto einfacher sind wir in der Lage, das zu verändern.

00:19:27: Und mit diesen weisen Worten verabschieden wir uns von der dritten Folge Reiten der Defanten und freuen uns schon, die nächste Folge zu produzieren.

00:19:36: Bis dahin, bleibt fröhlich.

00:19:38: Tschüss Dominik.

00:19:39: Tschüss Oliver, mach's gut.

00:19:40: Tschau.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.